(23.09.2019)

Infoveranstaltung mit Ingo Wortmann, Geschäftsführer der MVG München

Die TU München plant eine neue Fakultät für Luftfahrt, Raumfahrt und Geodäsie in Ottobrunn. Sie wird im Endausbau mehr als 55 Professuren umfassen. Damit verbundene Verkehrsbelastung wird in erster Linie Ottobrunn zu tragen haben. Schon heute pendeln 84 Prozent der Ottobrunnerinnen und Ottobrunner regelmäßig zu ihrem Arbeitsplatz.

Sabine Athen und die SPD Ottobrunn wollten wissen, ob der Ausbau der U 5 nach Ottobrunn eine Option sind, um das steigende Verkehrsaufkommen in Ottobrunn in den Griff zu bekommen. Zur Klärung dieser Frage hat sie Ingo Wortmann, Geschäftsführer der MVG München, eingeladen. Ihrer Einladung folgten auch Bürgermeister und Bürgermeisterkandidaten aus den umliegenden Gemeinden so wie etwa 130 interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer.

Ingo Wortmann präsentiert die MVG

Nach der Begrüßung und kurzer Vorstellung der Anwesenden übergab Sabine Athen das Wort an Ingo Wortmann. Er klärte zunächst die Zuständigkeit der MVG und skizzierte die Verkehrsentwicklung in München. Am Beispiel der U 9 stellte er die derzeit laufenden Ausbauprojekte vor. Die Verlängerung der U 5 von Neuperlach Süd in Richtung Ottobrunn ist derzeit bereits in Untersuchung und im Februar 2019 gab es einen Abschlussbericht der Gutachter mit sechs - teils oberirdischen - Trassenvarianten. Je nach Variante profitieren die Gemeinden Unterhaching / Taufkirchen oder Neubiberg / Ottobrunn.

Herr Wortmann betont, dass die MVG den Ausbau der U 5 nach Ottobrunn / Taufkirchen grundsätzlich begrüßt und dieser technisch möglich ist. Vorher wird jedoch der dringend benötigte U-Bahn Betriebshof Neuperlach Süd realisiert werden. Geplant ist dessen Fertigstellung bis 2026. Beim Betriebshof muss die mögliche Verlängerung nach Ottobrunn / Taufkirchen mit berücksichtigt werden. Deshalb benötigt die MVG schnellstmöglich Planungs- und Finanzierungssicherheit. Im November 2019 wird der Ausschuss für Mobilität und Infrastruktur unter anderem Aussagen zur Rentabilität und damit zur möglichen Finanzierung zum Ausbau der U 5 treffen. Erst danach kann man an die Planung der nächsten Schritte gehen.

Präsentation: Ausbau des ÖPNV im Großraum München (PDF)

Fragerunde

Im Anschluss an die Präsentation konnten die Anwesenden Fragen stellen. Hier ein Auszug der Fragen in Kurzfassung mit Antworten:

Wie wird bei den Planungen Rücksicht genommen auf die Landschaft allgemein und den Landschaftspark Unterhaching im Besonderen?
- Antwort Ingo Wortmann: Das ist Bestandteil der Untersuchungen zur möglichen Trassenführung.

Welche Trassenführung bevorzugt die MVG?
- Antwort Ingo Wortmann: Keine. Die Entscheidung wird rein auf Grund der Untersuchungsergebnisse fallen.

Könnte der U-Bahn - Betriebshof nicht auch am Ende der Trasse gebaut werden statt in Neuperlach Süd? Wäre das nicht günstiger?
- Antwort Ingo Wortmann: Der Betriebshof wird dringend benötigt und muss baldmöglichst umgesetzt werden. Die MVG kann nicht länger warten. Bei der weiteren Entwicklung der Fahrgastzahlen könnte es aber sein, dass am Ende beide Optionen realisiert werden müssen.

Der ÖPNV Münchens ist sternförmig aufgebaut. Wäre ein Ringschluss nicht sinnvoller?
- Es werden sowohl Ring als auch Tangende benötigt. Der Ring könnte aber auch mit Straßenbahn oder (Express-)Bussen erschlossen werden. Das geht schneller und ist weniger kostenintensiv. 

Wenn die U-Bahn ausgebaut wird, muss man auch mit größerem Siedlungsdruck rechnen. Wollen wir das wirklich?
- Antwort Ingo Wortmann: Erfahrungsgemäß nutzen Menschen, die an neu ausgebaute Bahnlinien ziehen, sofort die öffentlichen Verkehrsmittel und verzichten auf das Auto. Andersherum ist es schwierig, Menschen, die bisher regelmäßig mit dem Auto fahren, zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel zu bewegen.
- Antwort Sabine Athen: Ottobrunn hat bereits jetzt keine freien Flächen mehr, die zusätzlich besiedelt werden könnten. Lediglich Nachverdichtung ist in geringem Maße möglich.

Wie sieht es mit Alternativen zur U-Bahn aus wie MVG-Rad oder MVG Isar Tiger?
- Antwort Ingo Wortmann: MVG-Rad und MVG Isar Tiger sind für den Landkreis und die Kommunen mit Kosten verbunden. Sie könnten kommen, wenn der Landkreis das beschließt. Dazu laufen derzeit Untersuchungen.

So berichtete die Presse

Sueddeutsche Zeitung
Münchner Merkur
HALLO

 

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